Stellungnahme: Führerscheinerwerb in Ostbelgien

Beim Rückschritt in die Normalität nach COVID-19-Maßnahmen
Der Erwerb des PKW-Führerscheins gehört für viele junge Menschen zum Erwachsenwerden dazu. Der Führerschein ermöglicht ihnen einerseits ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit in ihrem Leben. Andererseits stellt der Führerschein oftmals eine Eintrittskarte zum Arbeitsmarkt dar, denn viele Arbeitgeber setzen mittlerweile den Besitz eines Führerscheins der Klasse B voraus. Es steht darum außer Frage, dass der Erwerb des Führerscheins für alle Jugendlichen in Ostbelgien zugänglich sein sollte.

Allerdings scheint der Führerschein eine enorme Herausforderung für junge Menschen in Ostbelgien zu sein: Durch eine Umfrage mit rund 100 Teilnehmenden und durch Gespräche mit Netzwerkpartnern stellte Streetwork im Jahr 2020 nämlich genau das Gegenteil fest. Besonders die theoretische Führerscheinprüfung stellt ein Problem dar, denn viele Jugendliche, unabhängig von ihrem Bildungsniveau, müssen diese wiederholen. Rund 50 Erlebnisberichte, die der Jugendtreff Inside Anfang des Jahres 2021 gesammelt hat, bestätigen dies.

Auf Grundlage dieser Rückmeldungen hat der Rat der deutschsprachigen Jugend (RDJ) eine Stellungnahme zum Führerscheinerwerb erstellt. Darin stellt der RDJ fest, dass es für den/die FahranwärterIn ein enormer administrativer, persönlicher und finanzieller Aufwand ist, bis er/sie überhaupt die Möglichkeit erhält, sich mit dem provisorischen Führerschein in ein Auto zu setzen und begleitend fahren zu dürfen. Dazu kommt, dass sowohl der Theoriekurs und die Theorieprüfung als auch das begleitende Fahren erhebliche Kosten verursachen können. Dabei ist es besonders in unserer ländlichen Region wichtig, einen Führerschein zu besitzen und mobil zu sein.

Der RDJ bittet in seiner Stellungnahme die verantwortlichen politischen EntscheidungsträgerInnen der Wallonischen Region und der Deutschsprachigen Gemeinschaft darum, dafür Sorge zu tragen, dass der Führerscheinerwerb und die Vorbereitung darauf für (nicht nur) junge Menschen zugänglicher und der Straßenverkehr sicherer wird.

Die komplette Stellungnahme mit seinen Forderungen an die Wallonische Region und an die Deutschsprachige Gemeinschaft kann hier heruntergeladen werden: