Stellungnahme: Jugendliche berücksichtigen

Beim Rückschritt in die Normalität nach COVID-19-Maßnahmen
Der Rat der deutschsprachigen Jugend (RDJ) wendet sich an die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft mit einer Stellungnahme: Unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Empfehlungen zur Corona-Situation müssen die Maßnahmen der schrittweisen Rückkehr in die Normalität auch den Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht werden.

Die Ausgangs- und Kontaktsperre hat Auswirkungen auf die psychosoziale Gesundheit der gesamten Bevölkerung. Als Interessensvertretung der Jugendlichen weist der RDJ darauf hin, dass die aktuelle Situation auch für Jugendliche schwierig ist. Junge Menschen sind aufgrund der situationsbedingten Ungewissheit vermehrt mit Zukunftsängsten konfrontiert. Zusätzlich kann das anhaltende Zuhausebleiben das Verhältnis zu den Eltern, von denen sich die Jugendlichen in ihrer Findungsphase lösen möchten, gereizt sein. Auch gibt es aktuell durch den Mangel von Sozialkontakten und Freizeitaktivitäten kaum die Möglichkeit eines emotionalen Ausgleichs. Die aktuelle Situation kann also zu einer psychischen Belastung der Jugendlichen führen.

Aus dem Grund hat der Verwaltungsrat des RDJ drei Forderungen an die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft formuliert:

• Der RDJ fordert, dass im Schulwesen und in anderen jugendspezifischen Bereichen möglichst zeitnah Entscheidungen getroffen werden, damit sich die Jugendlichen nicht länger als nötig in Ungewissheit befinden. Die Jugendlichen müssen über verschiedene Szenarien informiert werden, damit sie sich auf etwaige Situationen vorbereiten können, auch mental.

• Der RDJ fordert eine Aufrechterhaltung der außerschulischen Aktivitäten (Jugendtreffs, Jugend-ferienlager, Sportlager, …) – natürlich unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Empfehlungen.

• Der RDJ fordert, dass die Regierung in eine vergrößerte Online-Information, Online-Kommunikation und psychologische wie psychiatrische Online-Betreuung von Jugendlichen investiert und sich kurzfristig Lösungen überlegen soll.

Die Stellungnahme ist an die vier Minister der Deutschsprachigen Gemeinschaft versandt worden. Die Stellungnahme kann hier heruntergeladen werden.