Geschützt: Spielpädagogik

1. Warum ist Spielen wichtig?

Das Spiel als Erlebnis für die Psyche und Motorik 

  • Spielen schafft Raum für Bewegung. Dadurch wird die Koordination und die Konzentration gefördert.
  • Die Kinder und Jugendlichen lernen, Spielregeln zu verstehen, diese anzuwenden und zu verinnerlichen. Soziale Regeln, die im Spiel erlernt werden, werden auf den Alltag übertragen.
  • Sie geben und erhalten Feedback. Durch das Erlebte kommt es zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit.

Die Entwicklung der Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen 

  • Entwicklung von Vertrauen in sich selbst, in die Gruppenmitglieder, in die LeitererInnen.
  • Selbstwahrnehmung: Das Kind lernt, sich selber besser einschätzen zu können und seine Körpergefühle zu verstehen: „Wie fühlt es sich an, wenn ich etwas mag oder wenn ich etwas nicht mag?“, „Was ist in Ordnung für mich, was nicht?“. Dabei lernen sie viel über Nähe & Distanz.
  • Selbstwertgefühl: Durch das Überschreiten von eigenen, sich selbst gesteckten Grenzen verbessert sich das Selbstwertgefühl.
  • Gefühle können gelebt und geäußert werden ohne negative Konsequenzen. Das Kind ist “es selbst” im Spiel und soll sich ausprobieren. 

Die Gruppe als Besonderheit

  • Während des Spielens finden im Unterbewusstsein Denkprozesse statt, die auf das alltägliche Leben übertragen werden. Die Kinder und Jugendlichen stellen sich in Frage: „Wie komme ich bei den anderen an, wenn ich mich so und so verhalte?“.
  • Durch das Ausprobieren im Spiel lernen sie, auf andere zuzugehen.
  • Die Kinder und Jugendlichen sind Teil der Gruppe, existieren aber auch als Einzelperson.
  • Kinder und Jugendliche, die gut spielen, werden auch im Alltag gut mit anderen auskommen.
  • Durch das Geben und Erhalten von Feedback werden sie konfliktfähig.
  • Sie lernen zu kooperieren, zurückzustecken, Meinungen von anderen zu akzeptieren.
  • Kommunikation: sich selber mitteilen, anderen zuhören, usw.

2. Was solltest du als Leiter berücksichtigen?

Zunächst solltest du als Jugendleiter eine Vorbildfunktion einnehmen und soziales Verhalten selbst vorleben. Du solltest kritik- und konfliktfähig, empathisch, fürsorglich, … sein. Positiv angeleitetes Spielen hilft dir, dieses Verhalten auch bei deinen Kindern bzw. Jugendlichen hervorzurufen. Dadurch erlernt das Kind bzw. der Jugendliche soziales Verhalten. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sie sich später gesellschaftlich engagieren und sich für andere einsetzen. Das bedeutet für dich als Jugendleiter: 

a. Schaffe Spielmöglichkeiten

  • Spielräume und -zeiten bereitstellen.
  • Spielmaterial zur Verfügung stellen.

b. Rege zum Spiel(en) an

  • Alltag spielerisch gestalten: das alltägliche Zusammenleben mit Kindern nicht zu ernst gestalten.
  • Spiele vorschlagen und anleiten.
  • Mitspielen, wenn es erwünscht ist.
  • Die Spielwelt von außen beschützen: für ungestörtes Spielen sorgen können.

c. Fördere beim Spielen das Erleben von Erfahrungen

  • Mut zu Phantasie und fantasievollem Spiel fördern: durch Bestätigung, Anerkennung und Vorschläge.
  • Experimentelles und schöpferisches Handeln im Spiel unterstützen.
  • Beim Transfer von der Spielwelt zur Realwelt helfen: Möglichkeiten der Selbstgestaltung im Alltag nach den Erprobungen in der Spielwelt schaffen.

3. Was zeichnet ein gutes Spiel aus?

Es gibt viele verschiedene Arten von Spielen, wie z.B. Einstiegsspiele, Aktivierungsspiele, Kennenlernspiele, Einteilungsspiele, Innen- und Außenspiele. Diese Spiele verfolgen unterschiedliche Ziele. So z.B. dient ein Kennenlernspiel zum interaktiven Kennenlernen in einer neuen Gruppe oder ein Einteilungsspiel sorgt auf einer spielerischen Art und Weise dafür, dass mehrere Gruppen gebildet werden können.

Eines haben alle diese Spiele gemeinsam, nämlich die Organisation eines Spiels. Die Planung, Durchführung und Auswertung eines Spiels können wir in vier verschiedene Phasen unterteilen:

  • Vorbereitung eines Spiels
  • Spielstart
  • Während des Spiels
  • Ende des Spiels

Dazu findest du auf der folgenden Zeitleiste die wichtigsten Tipps pro Phase vor, die ihr für die Organisation eines Spiels zu Rate ziehen solltet:

Der chronologische Ablauf eines Spiels zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbesprechung

Abgerundet wird das ganze dadurch, dass es gerade in der heutigen Zeit wichtig ist, Spiele vorzuschlagen, in denen das gemeinsame Handeln aller Teilnehmer für ein gemeinsames Ziel im Mittelpunkt steht. Das ist viel bedeutsamer als ständig Kampf, Jagd und Bereicherung als dynamische Grundmuster bei den Spielen zu nutzen. Diese konkurrenzfreien oder konkurrenzarmen Spielsituationen führen auch dazu, dass die Kinder und Jugendlichen gegenseitiges Vertrauen aufbauen, gegenseitige Hilfe stellen und gemeinsam für ein gleiches Ziel handeln.

Dabei gilt auch: Fehler machen ist erlaubt! Denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Fehler machen ist normal und unumgänglich. Manchmal läuft ein Spiel total verkehrt, aber alle haben sich köstlich amüsiert. Wichtig ist, Fehler einzusehen und aus ihnen zu lernen. Wenn du darüber lachen kannst, können es die anderen auch!