Virtuelle Podiumsdiskussion: „Wie geht denn Politik, besonders in Krisenzeiten?“

Politische Prozesse in verständlicher Sprache
Die mittlerweile jährliche Podiumsdiskussion sollte 2021 trotz Corona jungen Menschen die Möglichkeit bieten, komplizierte Prozesse von politischen EntscheidungsträgerInnen erklärt zu bekommen und eigene Fragen an die PolitikerInnen zu stellen. Aus dem Grund wurde die Veranstaltung in den digitalen Raum verlegt. Mit 215 Teilnehmenden war auch dieses Format der Podiumsdiskussion erfolgreich!

In diesem Jahr stand die Frage „Wie geht denn Politik, besonders in Krisenzeiten?“ im Fokus: Wie hat die Krise die Politik verändert? Gibt es nur noch Corona oder was ist mit anderen Themen? Welche Auswirkungen hat die Krise auf die Zukunft der Jugendlichen? Diese Fragen hat je ein/e VertreterIn der im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft vertreteten Parteien beantwortet. Folgende PolitikerInnen waren für die Parteien anwesend:

  • CSP: Colin Kraft
  • ECOLO: Inga Voss-Werding
  • PFF: Gregor Freches
  • ProDG: Oliver Paasch
  • SP: Charles Servaty
  • Vivant: Michael Balter

Während sie sich physisch im Plenarsaal mit Hygieneabstand versammelten, haben rund 200 Teilnehmende per Youtube-Livestram an der Veranstaltung teilgenommen. Zudem wurden 15 junge Menschen per Zoom zugeschaltet und waren somit auf der Leinwand im Plenarsaal zu sehen.

Gleichzeitig konnten die teilnehmenden AbiturientInnen, Lehrlinge und StudentInnen aus dem Norden und Süden Ostbelgiens mit Hilfe von Mentimeter ihre Meinung ins Parlament bringen: Was vermissen sie in der Krise am meisten? Wie zufrieden sind sie mit ihrer persönlichen Situation? Werden sie sich impfen lassen? Das interaktive Umfragentool ermöglichte ein Livebild, das den PolitikerInnen vor Ort gezeigt werden konnte.

Diskutiert wurde u.a. die Entscheidungsfindung im Konzertierungsausschuss und das Mitspracherecht der Deutschsprachigen Gemeinschaft oder die Erklärung der sog. ministeriellen Erlasse, die aktuell die verschiedenen Massnahmen rechtfertigen, ohne im Parlament diskutiert zu werden. Vorher eingereichte Schülerfragen wurden auch an die Politikerinnen gestellt: Ist das Abitur 2021 so viel wert wie das Abitur aus anderen Jahren? Sind jugendpolitische Fragen noch ein Thema in der Pandemie? Wird es eine Zeit nach der Pandemie geben?

Auch waren die Jugendlichen bei einer offene Fragerunde am Ende der Veranstaltung selber an der Reihe. Die per Zoom zugeschalteteten jungen Menschen konnten stellvertretend für ihre Klasse direkte Fragen stellen. Per Mentimeter konnten die restlichen Teilnehmenden ihre Fragen anonym reinschicken. Dabei stellten die Jugendlichen Fragen nach den Juniprüfungen, der Attriktivität des Pflegeberufs oder einem harten Lockdown.

Beantworten mussten die PolitikerInnen die Fragen in verständlicher Sprache. Verfielen sie ins Fachchinesisch oder verwendeteten komplizierte Begriffe, machte eine rote Lampe sie darauf aufmerksam, sodass sie die Möglichkeit hatten, sich einfacher auszudrücken. So sollte erreicht werden, dass die jungen Menschen die Inhalte auch verstanden.

Ziel der jährlichen Podiumsdiskussion ist es, das politische Interesse der jungen Menschen nicht nur unmittelbar vor den Wahlen zu wecken und ihnen eine Teilnahme an einer Debatte zu ermöglichen. Auch in Corona-Zeiten hat sich das Organisationsteam bemüht, eine virtuelle Alternative anzubieten. Mit einer aufwendigen Vorbereitung und technischer Unterstützung schaut das Organisationsteam auf eine reibungslose und erfolgreiche Veranstaltung zurück.

Die Podiumsdiskussion ist eine Gemeinschaftsinitiative von Alteo, dem Institut für Demokratiepädagogik, den Jugendinformationszentren, dem Rat der deutschsprachigen Jugend (RDJ) und dem Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Im Rahmen des EU-Jugenddialogs findet die Veranstaltung mit der Unterstützung des Programms Erasmus+ der Europäischen Union statt.

Die Aufnahme der Podiumdiskussion: